Audio-Book: Die Bibel - Eine Entdeckungsreise / Text: Daniel Kallen / Sprecher: Axel Maluschka

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Die Bibel ist Gottes Wort – aber die Bibel ist zugleich die vielleicht grandioseste Geschichtensammlung der Weltliteratur. Mit kindlichen Augen betrachtet lesen sich biblische Geschichten und Erzählungen wie ein spannender Abenteuerroman. Die Lebensumstände der Menschen aus biblischen Zeiten erscheinen Kindern zwar fremd und doch sind sie zugleich faszinierend. Die meisten Kinder können darum nicht genug bekommen von biblischen Helden wie Noa, Moses und Daniel. Für sie sind diese Geschichten ähnlich wie Märchen aus 1001 Nacht. Biblische Geschichten sind darum immer auch eine faszinierende Entdeckungsreise: Die glückliche Rettung von Noa - inmitten der grossen Flut, die geradezu dramatische Geschichte von Josef, der von seinen eigenen Brüdern als Sklave nach Ägypten verkauft wird. Der kleine Bub Moses im Schilfkorb, der den Schwertern der Soldaten entkommt, später als Prinz im Palast aufwächst und schliesslich als erwachsener Mann die Hebräer aus der Sklaverei führt. Und auch im Neuen Testament finden sich viele spannende und erzählenswerte Geschichten von Jesus und seinen Jüngern. Das lebendige Erzählen ermöglicht den kleinen Zuhörerinnen und Zuhörern in eine orientalische Welt voller Geheimnisse und Abenteuer einzutauchen. Die biblischen Texte machen Kinder letztlich aber auch mit «unserer» Jahrtausende alten Kulturgeschichte bekannt, die für das grundlegende Verständnis unserer europäischen Zivilisation von eminenter Bedeutung ist. Daher ist es wichtig, die grundlegenden Geschichten der Bibel zu kennen. In vielen Erzählungen der Bibel müssen Menschen Aufgaben bewältigen und Feuerproben bestehen, letztere wie bei der Geschichte von «Daniel», im wahrsten Sinne des Wortes. Die Erzählungen sind für Kinder hochspannend und dramatisch zugleich. Es geht letztlich nicht um die Frage, ob diese Geschichten historisch wahr sind und ob sie sich genau so zugetragen haben, wie sie in der Bibel aufgeschrieben wurden. Diese Frage interessiert meistens gerade kleinere Kinder nicht. Dies sollte man als Erzählende immer bedenken: Kinder leben in einer magischen Welt. Alles ist möglich. Und das ist gut so. Und noch etwas scheint mir von grosser Bedeutung: Beim Vorlesen oder Erzählen nehmen sich Väter und Mütter, Grosseltern und Paten, Kindergärtnerinnen und Erziehende Zeit für ihre Kinder. Kinder geniessen diese Zuwendung. Vorlesen und Erzählen erzeugen eine ganz besondere Nähe und Verbundenheit mit den Kindern. Der Schweizer Theologe und Pfarrer Daniel Kallen nimmt uns in 24 Erzählungen mit auf eine spannende Entdeckungsreise durch die ganze Bibel und führt uns von der Erschaffung der Welt, über die Sintflut bis hin zu den spannenden und bewegenden Geschichten des Neuen Testamentes. Der Autor fesselt und fasziniert zugleich mit seiner Fähigkeit, jahrtausendealte, scheinbar längst verstaubte Texte in freier und persönlicher Interpretation – für Jung und Alt – neu zu erzählen und wieder lebendig werden zu lassen. Und ein absolutes Novum: Bei Kallen begegnet uns der biblische Gott endlich nicht mehr als strafende und drohende Instanz, sondern durch und durch als lebensbejahende und positive Kraft.


Ausschnitt 1. Kapitel

"Ganz am Anfang – da war nichts. Man kann sich dieses Nichts gar nicht vorstellen. Es gab einfach nichts. Keine Erde. Keinen Himmel. Keine Sterne. Kein Meer. Keine Berge. Keine Pflanzen. Auch keine Menschen. Es gab nichts. Überhaupt nichts.

Und als ob dieses Nichts noch nicht genug wäre; es war zudem auch noch dunkel. Nicht ein bisschen dunkel, sondern stockdunkel. Es herrschte absolute Finsternis.

Dann geschah etwas ganz und gar Sonderbares:

Mitten in diese schrecklichen Leere, mitten in diese nachtschwarze Dunkelheit, sagte plötzlich eine Stimme: „Es werde Licht“.

Die Stimme sprach und es geschah, es wurde in diesem Augenblick hell. Das war Gottes Stimme. Nur er konnte das: Die Dinge erschaffen allein durch sein Wort oder seinen Befehl. Er sprach und es wurde in diesem Moment Wirklichkeit.

Und das Licht gefiel Gott sehr. Er freute sich darüber. Und so hatte er Lust, noch mehr Dinge aus dem Nichts zu erschaffen – allein durch sein Wort.

So sprach er weiter: „Es sollen Galaxien, Nebel, Sterne, Sonnen, Planeten und Monde sein“ und schon waren sie alle da. Gott lächelte und hatte Freude an diesen Dingen. Dann schuf er die Erde: Wunderschön – mitten im Kosmos ein blauer Planet mit den Meeren und den Kontinenten. Auf den Kontinenten schuf er Felder, Acker, Wälder, Wüsten und Steppen. Dann erdachte er sich zahlreiche Tiere und Pflanzen. Und weil Gott es farbig liebt, machte er alles sehr bunt. Und weil er auch die Vielfalt liebt, gestaltete er eine Fülle von verschiedenartigen Tieren und Pflanzen.

So flatterten plötzlich bunte Vögel durch die Luft und das Meer füllte sich mit Fischen in allen Formen und Farben. Das war ein Spektakel. Schmetterlinge tanzten fröhlich im warmen Sonnenlicht und lustige Käfer krabbelten über Steine und Gräser. Löwen brüllten laut und gefährlich und Elefanten posaunten mit ihrem Rüssel. Nilpferde suhlten sich genüsslich im seichten Wasser und kleine Affen turnten kreischend und wild in den Bäumen herum. Gott lachte vor Freude und klatsche in die Hände. Er sah all den Tieren und ihrem fröhlichen Tanz einen Moment lang zu und rief dann: „Herrlich, einfach wunderbar.“

Gott war ein Künstler, ein Dichter, ein Poet, ein Architekt und er bekam richtig Lust, noch mehr zu schaffen: so erblühten die ersten Blumen – sie dufteten wunderbar und verwandelten die Erde in einen bunten, blühenden Garten. Gott schuf auch die Urwälder mit riesigen Bäumen, die fast den Himmel berührten. Und er liess Berge in die Höhe wachsen, Gipfel, die so hoch waren, dass auf ihren Spitzen der ewige Schnee lag. Er hatte grosse Lust, alles schön zu machen. Er sprach und es wurde Wirklichkeit. Nur Gott konnte das"....